Wer zur Miete wohnt, will meist ungern Löcher in Fassade oder Balkongeländer bohren - schon wegen der Kaution, aber auch weil es oft gar nicht erlaubt ist. Zum Glück gibt es mittlerweile mehrere bohrfreie Lösungen, die im Alltag gut funktionieren.
Klemmhalterungen für Geländer
Die mit Abstand gängigste Lösung: Klemmhalterungen, die sich einfach um die Geländerstreben schrauben und dabei nichts in der Bausubstanz beschädigen. Sie funktionieren bei den meisten Standard-Balkongeländern aus Metall oder Beton mit Handlauf. Wichtig ist nur, dass das Geländer selbst stabil genug ist - bei sehr alten oder wackeligen Geländern sollte man vorher prüfen, ob es die zusätzliche Last und den Winddruck aushält.
Standfüße für den Balkonboden
Wer keinen geeigneten Geländertyp hat oder einfach nichts am Geländer befestigen möchte, kann auf Standfüße zurückgreifen. Die Panels stehen dann angewinkelt direkt auf dem Balkonboden. Vorteil: absolut bohrfrei und meist sogar flexibler im Winkel einstellbar für besseren Ertrag. Nachteil: sie brauchen mehr Stellfläche und sollten bei Sturm zusätzlich gegen Umkippen gesichert werden.
Schwerlastgewichte für Terrasse und Flachdach
Auf Terrassen oder Flachdächern, wo weder Geländer noch tragfähiger Boden für Standfüße vorhanden sind, kommen oft Systeme mit Betongewichten zum Einsatz. Das Panel wird auf einem Gestell montiert, das durch das reine Eigengewicht der Betonelemente an Ort und Stelle bleibt - ganz ohne Verschraubung oder Verklebung.
Was, wenn der Vermieter auch Klemmen nicht erlaubt?
Auch eine bohrfreie Klemmlösung sollte vor der Montage mit dem Vermieter abgestimmt werden. § 554 BGB gibt einen grundsätzlichen Anspruch auf Erlaubnis einer angemessenen Veränderung, die konkrete Ausführung und Zumutbarkeit bleiben aber eine Einzelfallfrage. Fotos, technische Daten, Windlastnachweis und Schutzauflagen für das Geländer erleichtern die Prüfung.
Fazit
Bohren ist bei Balkonkraftwerken heute fast nie mehr nötig. Klemmhalterungen für Geländer sind die praktikabelste und günstigste Lösung für die meisten Mietwohnungen, Standfüße und Schwerlastgewichte decken die restlichen Fälle gut ab.